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Willkommen

Produktionsverlagerungen, Massentlassungen, schlechte Arbeitsbedingungen – im globalen Kapitalismus müssen ArbeitnehmerInnen mit immer tieferen Einschnitten rechnen. Umso wichtiger sind Betriebsräte, die Arbeitnehmer verantwortungsvoll im Betrieb vertreten und bei vielen anderen Fragen im Unternehmen mitwirken – wie bei Betriebsänderungen, Arbeitszeitfragen oder Arbeitnehmerdatenschutz.

BUS Emden steht für Beratung und Seminare Emden. Als gewerkschaftsnahes Seminarbüro vermitteln wir Betriebsräten das nötige Wissen, ihre Rechte und Pflichten wahrzunehmen. Unser Ziel ist es, Betriebsräte zu ermächtigen, der unternehmerischen Leitung nicht ohnmächtig, sondern auf Augenhöhe gegenüberzustehen.

Unser Seminarangebot für Betriebsräte wird ständig aktualisiert. Die Auswahl reicht von der Vermittlung grundsätzlicher Fragen zur Organisation der Betriebsratsarbeit bis hin zu Seminaren zu Mitbestimmungs- und Durchsetzungsrechten des Betriebsrates.

Wie das Seminarangebot haben wir auch unser Büro in Emden neu aufgestellt. Im Herzen von Ostfriesland finden Betriebsräte das perfekte Klima, sich weiterzubilden: Das flache Land ermöglicht einen weiten Blick bis zum Horizont und die saubere Luft sorgt immer für einen klaren Kopf.

Themen und Termine

  • Beschäftigungssicherung bei Betriebsänderungen, Outsourcing oder bei Verkauf des Unternehmens 27.-29.06.2012 oder 19.-21.09.2012


Seminar für Betriebsräte Interkulturelle Kompetenz Seminar I Grundlagen und Seminar II

Konferenz: Interkulturelle Kompetenz für Betriebsräte

26.-28.10.2011 Hotel Innside an der Waterfront

Ausgrenzung und Rassismus am Arbeitsplatz – im globalen Zeitalter passé? Wie erleben Betriebsräte mit Migrationshintergrund ihre verschiedenen Kulturen? Welche Arbeits- und Organisationsstile gibt es? Viele Fragen, auf die die Konferenz „Interkulturelle Kompetenz für Betriebsräte“ von BUS Emden Antworten suchte. Vom 26. bis 28.10. diskutierten insgesamt 20 Teilnehmer im Bremer Hotel Innside über das Thema.

Mit dabei: Betriebsräte der Fleischwarenfabrik Könecke, der Brauereien Beck & Co., Diebels, Spaten-Franziskaner und der Fischmanufaktur Deutsche See. Die Zusammensetzung der Konferenz war multikulturell. Beschäftigte mit türkischen, kurdischen, afrikanischen, polnischen und deutschen Hintergrund brachten ihre Erfahrungen mit ein.

Auf einer Extraseite zur Konferenz stellt BUS Emden eine umfangreiche Zusammenfassung der Konferenz sowie Präsentationen einiger Vorträge zum Download bereit. Eine Galerie vermittelt zudem Eindrücke von der Konferenz in Bildform.

Interkulturelle Kompetenz für Betriebsräte

Unter dem Deckmantel des Antifaschismus und Antirassismus gibt es nach wie vor Diskriminierungen am Arbeitsplatz: Helmut Klöpping, Berater für Betriebsräte bei BUS Emden führte in das Thema Interkulturelle Kompetenz ein.

Matthew Agyekum, Betriebsrat bei der Fleischwarenfabrik Könecke, urteilt, dass von Betriebsräten mit Migrationshintergrund mehr erwartet werde als von anderen Arbeitnehmervertretern.

Die angehende Lehrerin Anne-Marie Gerken hielt ein Vortrag zum Thema "Interkulturelle Pädagogik für das Deutsche Schulsystem". Das System der Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund am Arbeitsmarkt und im Bildungssystem setze sich über Generationen fort, urteilt die Bremerin.

Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen? Sabit Yildrim, Zeki Özkaya (beide Betriebsräte bei Deutsche See), Helmut Klöpping (BUS Emden), Liliana Wäschen (ebenfalls Deutsche See) und Matthew Agyekum (Betriebsrat bei Könecke) diskutierten über ihr Leben als Migranten in Deutschland.

Wann setzte die Integrationsdebatte in Deutschland ein? Bernd Buslei (rechts im Bild) von der Brauerei Diebels sagt, das Fragen wie die nach der Diskriminierung erst seit zehn bis 15 Jahren in Deutschland diskutiert werden würden.

Mario Vagnoni von der Brauerei Beck & Co. in Bremen nahm die Frage nach der historischen Einordnung erneut auf. Erst in der Post-Kohl-Ära lebte die Frage nach der Zuwanderungspolitik wieder auf, sagt er.

Kleine Vorstellungsrunde am zweiten Seminartag: Die Teilnehmer stellten sich in verschiedenen Himmelsrichtungen auf - abhängig von ihrem Geburtsort.

Bei einem Kartenspiel übten sich die Teilnehmer in der Simulation des Migrationsprozesses. Die Leitung übernahm Thomas Müller, interkultureller Trainer aus Bremen.

Die Seminarteilnehmer bildeten bei dem Spiel vier Gruppen.

Das Spiel erschaffe eine eigene Kultur, sagt Thomas Müller.

Für die Teilnehmer war das nicht nur lehrreich, sondern machte auch noch viel Spaß.

Welche Werte spielen eine große Rolle im Leben der Teilnehmer? Thomas Müller sammelt Vorschläge.

Liebe? Sicherheit? Gerechtigkeit? Aus einer langen Liste sollten die Teilnehmer eine persönliche Top Ten-Werteliste bilden.

Auch über Rassismus wurde diskutiert und verschiedene Beiträge in Text- oder Bildform von Arbeitsgruppen bewertet.

Am letzten Tag referierte Andreas Klöpping über die Idee des Vereins zur Interkulturellen Förderung, den BUS Emden gründen wird. Klöpping ist zentraler Projektleiter des Vereins.

Abdou Quedraogo sieht Interkulturelle Kompetenz längst noch nicht in der Wirtschaft und am Arbeitsplatz angekommen.

Quedraogo berichtete auch über seine Arbeit im Integrationsrat Emden. Dort ist er Vorsitzender.

Die Thesen von Andreas Klöpping und Abdou Quedraogo wurden von den Seminarteilnehmern rege diskutiert.

Wie verankert man Interkulturelle Kompetenz stärker in der betriebsrätlichen Arbeit? Vorschläge gibt es viele - wichtig sei aber zunächst, ein gemeinsames Verständnis herzustellen, urteilten einige Seminarteilnehmer.

Am Abend besichtigte die Gruppe die Fatih Moschee, die älteste und größte Muslimische Gemeinde in Bremen."

In Kooperation: